Das neue, vorläufige Betriebsreglement des Flughafens Zürich

Vortrag gehalten an der GV vom 21. April 2005

Marianne Macchi

Vorgeschichte

Seit dem 14. April 2005 ist ein neues provisorisches Betriebsreglement in Kraft. Es handelt sich dabei um das 6. das innerhalb weniger Jahre in Kraft gesetzt wurde.
Ich möchte etwas weiter ausholen, um klar zu machen, wie es überhaupt zu dieser Situation gekommen ist.

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Flugspurenbild mit den Warteraum (bisher)

Begonnen hat es eigentlich schon 1970 mit dem Bau der Hauptlandepiste 14 am Flughafen Zürich. Diese führt genau nach Norden und endet nur 13,2 km von der Grenze zu Deutschland. Ärger und Streit waren also vorprogrammiert. Es kam auch zu Rechtsklagen und eine davon führte im Jahr 1984 zu einer Verwaltungsvereinbarung. Um die deutsche Bevölkerung zu entlasten sah diese als wesentliche Elemente vor, dass nicht nur die Piste 14, sondern auch die Piste 16 für Landungen ausgewogen genutzt wird. Diese führt ebenfalls nach Norden, jedoch über Schweizer Gebiet. Des weiteren sollte eine Nachtruhe von 6 Uhr bis 22 Uhr gelten.
Diese Vereinbarung wurde aber nie eingehalten, sondern es kam noch zu einer Verschärfung. Im Mai 2000 wurde der Schweizer Luftraum an die Umstrukturierung des europäischen Luftraums angepasst und bei dieser Gelegenheit richtete Skyguide einen neuen Warteraum RILAX über Donaueschingen ein. Gleichzeitig kam es auch in der Schweiz zu Änderungen der Luftwege (ich möchte dabei an die neue Abflugroute über St. Gallen, Affeltrangen erinnern).
Schliesslich wurde am 31. Mai 2001 die Vereinbarung durch die Deutsche Bundesregierung gekündigt und was danach passierte ist allen vermutlich noch in guter bzw. schlechter Erinnerung:
Zuerst wurde ein Staatsvertrag mit Deutschland ausgearbeitet, der im Deutschen Bundestag auch angenommen wurde, aber im Schweizer Parlament keine Zustimmung fand. Darauf erliess Deutschland, wie vorgängig mehrmals angekündigt seine einseitigen Verordnungen.
Es kam ab April 2003 zu täglichen Ostanflügen (werktags ab 21.00 Uhr bis Betriebsschluss um 24.30 und an Wochenenden ab 20.00 Uhr) und ab Oktober 2003 zu den Südanflügen morgens.
Im Juni 2003 wurde angekündigt, dass 2 der 3 Warteräume über Deutschland in die Schweiz verlegt werden sollen.

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Gegenwart

Diese geplante Verschiebung der Warteräume in die Schweiz hatte zur Folge, dass der gesamte Luftraum um Zürich neu organisiert werden musste. Damit beauftragt wurde Skyguide. Sie spricht vom grössten und komplexesten Umbau eines Schweizer Luftraums. Solche Projekte beanspruchen in der Regel etwa 3 Jahre, realisiert wurde es jetzt in 18 Monaten. Kernstück sind die beiden Warteräume. Als Folge davon mussten sämtliche An- und Abflugrouten angepasst werden.

Wie sieht der neue Luftraum bzw. die neuen An- und Abflüge über dem Thurgau aus?

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Abflüge von Kloten schematisch dargestellt:

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Erläuterung:

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Anflüge auf Kloten schematisch dargestellt:

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Die Anflüge erfolgen über den südlichen Punkt des Warteraums bei Amlikon, dafür gibt es nahezu keine Starts mehr über ZUE in Uesslingen, da diese jetzt über den Hinterthurgau geführt werden.

Das neue Betriebsreglement umfasst aber nicht nur neue Flugwege und Warteräume. Sondern es enthält auch die vergangenen Anpassungen an die deutschen Verordnungen, die bisher meistens Hals über Kopf eingeführt wurden. Zudem beantragte der Flughafen einige Anpassungen die Verspätungen und Engpässe verhindern sollen. Auf einige wenige Punkte möchte ich kurz eingehen:

Kommentar

Was im TG vor allem ins Gewicht fällt, sind der Warteraum und die stark beflogene Startroute im Hinterhurgau. Beim Warteraum stört vor allem dessen Höhe von FL 70 (2100 m.ü.M.). Wie sie oben sehen, war er ursprünglich auf FL 90 geplant.
Sowohl gegen die neue Luftraumstruktur als auch gegen das vorläufige Betriebreglement erhob der Schutzverband Bewerde.

Zukunft

Nun, wie soll es weiter gehen? Das vorläufige Betriebsreglement soll so lange gelten, bis ein definitives Reglement erlassen werden kann. Mitreden werden vor allem der Kanton Zürich und die Koordinationsgruppe Sachplan Infrastruktur der Luftfahrt (SIL). Ziel ist es, bis Ende 2007 ein definitives Reglement zu finden.

© sf-tg.ch